Dresdner Erklärung

Sinnvolle Tätigkeit von Diplom-Psychologen richtet sich konsequent an den eigenständigen Erkenntnissen und Regeln der psychologischen Wissenschaft aus. Rückgriffe auf pseudowissenschaftliche Heilslehren und Patentrezepte oder Übernahme psychologischer Surrogate kennzeichnen fachliche Minderleistung. Indem sie von der eigentlichen Aufgabe der Leistungssicherung ablenken, gefährden und täuschen sie den Auftraggeber.

Mit dem Erwerb von Ausbildungsnachweisen im Konzessionswesen stellt sich der Diplom-Psychologe auf eine Stufe mit psychologischen Dilettanten, die mit gefährlichem Halbwissen als Scharlatane an unsere Auftraggeber herantreten. Das Ziel, bedarfsgerechte Leistungen anbieten zu können, darf nicht zur Abkehr von wissenschaftlichen Standards und Grundlagen führen.

Besonders in schwierigen Zeiten ist die Versuchung gegeben, auf den Zug der gerade herrschenden Modelehre aufzuspringen. Wortmarken wie Harzburger Modell, Total Quality Management (TQM), Gruppenarbeit mit Kontinuierlichem Verbesserungsprozess (KVP) Kaizen oder Lean Management öffnen möglicherweise die eine oder andere Tür. Sie verbauen jedoch den Weg zu wirksamen und nachhaltigen Lösungen. Die Spur dieser Strohfeuer wird sich auch in Zukunft fortsetzen. Die Schäden haben diejenigen zu verantworten, die sich dieser Modewellen bedienen.

Psychologie sichert mit wissenschaftlicher Kompetenz die Leistungsfähigkeit des Einzelnen, der Gruppe und des Betriebes. Die strikte Beachtung der psychologischen Standards garantiert die Vereinbarkeit von Effektivität, Zuverlässigkeit und Sozialverträglichkeit.

Der Diplom-Psychologe im Betrieb nutzt seine Kenntnis des psychisch regulierten Verhaltens, um Arbeitssituationen mitzugestalten. Der Diplom-Psychologe kennt und nutzt daher vorzugsweise die folgenden Wissensgebiete und Forschungsergebnisse:

  • Die Gestaltgesetze menschlicher Wahrnehmung
  • Die Grenzwerte von Wahrnehmung und Gedächtnis
  • Die Gesetzmäßigkeiten von Lernen und Verlernen
  • Die Funktionsprinzipien des zentralen Nervensystems
  • Das Motivierungspotential der Tätigkeit
  • Das Motivierungspotential der Leistungsgruppe
  • Die Strukturgesetze effizienter Sozialgebilde
  • Die Gesetzmäßigkeiten der Bewegungsführung
  • Die Gesetzmäßigkeiten von Handlungsfehlern
  • Die Urteils- und Entscheidungsgesetze

 Ansätze für den konkreten Einsatz im Bereich sind die folgenden Kompetenzbereiche:

  •  Genehmigungsverfahren
  • Verkaufsflächenstrukturierung
  • Versammlungsstättenbewertung
  • Instruktionstextgestaltung
  • Handlungsfehleranalyse
  • Konstruktionsfehleranalyse
  • Inventurdifferenzanalyse
  • Fahrtauglichkeitsanalyse

Der Diplom-Psychologe ist hierbei den Forderungen der Europäischen Union nach Ausführbarkeit, Schädigungs- und Beeinträchtigungslosigkeit sowie nach Leistungs-, Lern- und Gesundheitsförderlichkeit der Arbeit verpflichtet (s.a. Maschinenrichtlinie 100a und 108a).

Der Diplom-Psychologe im Intelligenz System Transfer kennt und nutzt die folgenden psychologischen Standard-Verfahren. Sie sind das Ergebnis einer 30jährigen Institutserfahrung. Sie bieten ein hohes Maß an Methodensicherheit und Wirksamkeit. Sie sind objektiv und wiederholbar.

  • Jobfidence/Individuelle Leistungsprognostik
  • Positions-Skyline
  • Tätigkeits-Bewertungs-System (TBS)
  • B.a.M./Bedienungsanalyse Maschinen
  • TIP/Gruppenleistungs-Diagnose
  • TOP/Leistungs-Lückendiagnose
  • ORGA/Organisations- und Kompetenzdiagnose
  • Beanspruchungsbewertung (BMS)

Ergänzend werden bewährte Handlungsanweisungen genutzt:

  • Genehmigungsverfahren
  • Verkaufsflächenstrukturierung
  • Versammlungsstättenbewertung
  • Instruktionstextgestaltung
  • Handlungsfehleranalyse
  • Konstruktionsfehleranalyse
  • Inventurdifferenzanalyse
  • Fahrtauglichkeitsanalyse
  • Gesprächstechniken ND, LIMO, ZAUN, HENKER
  • Permanente Beurteilungskampagne

Diese Verfahren und Handlungsanweisungen decken den ganz überwiegenden Methodenbedarf des Diplom-Psychologen im Betrieb ab. Dazu werden fortlaufend zusätzliche Verfahren und Handlungsanweisungen entwickelt und die schon bestehenden verbessert und ergänzt. Im Intelligenz System Transfer greifen die Projektleiter durch Rundfax oder -ruf gegebenenfalls auf die Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen zu. Faire Zusammenarbeit zwischen Geübten und Ungeübten ermöglicht es, bewährte Lösungswege zu nutzen und zu trainieren.

Wir appellieren an alle Psychologen im Intelligenz System Transfer, an die uns verbundenen psychologischen Lehrstühle und Institute und an die Studierenden, die eigenständigen Ansätze und Verfahren der Psychologie zu nutzen und auszubauen - im Sinne dieser

Dresdener Erklärung.

Presden, den 15.Mai 1994

Winfried Hacker - Georg Sieber - Norbert Gantner